ORIENTIERUNGS- UND VERMITTLUNGSSYSTEM

GESENKSCHMIEDE HENDRICHS

Für die historischen Schmiede-Fabrik mit Schaubetrieb und Ausstellung sollte zur Aufwertung eine mediale Ergänzung geplant werden. Die Analyse ergab, dass es nicht an inhaltlichen Angeboten fehlt, aber dass diese für viele Besucher nicht erschließbar sind. Desweiteren stellte sich heraus, dass das grundsätzliche Verständnis des Herstellungsprozesses in Gesenkschmieden essentiell für die Besucher ist, um sich weitergehend zu orientieren. Konzipiert wurde ein Vermittlungs- und Orientierungssystem für das gesamte Gelände, in dem bereits vorhandener Inhalt zugänglich gemacht und durch behutsame Ergänzungen aktualisiert wurde. Die »Museumsschere« als beispielhaft präsentiertes Produkt verdeutlicht nun die vorgeführten Herstellungsprozesse Schritt für Schritt.

»WILLKOMMENS-TERMINAL«
Der erste Anlaufpunkt für die Besucherinnen und Besucher: hier erfahren sie, welche Angebote sie in der Gesenkschmiede erwarten (Führungen, Ausstellungen, Publikationen, Medien), wie eine Schere entsteht und welche Produktionsschritte sie wo in der Fabrik fi nden. Handmuster mit den einzelnen Produktionsschritten der Schere sind im chronologischen Ablauf präsentiert. Über Berührung der Muster erfahren die Besucher mehr über den Produktionsschritt und wo dieser in der Fabrik zu beobachten ist.

»SCHERENTOUR«
An neun Infopunkten können die Besucher die Schere bei ihrer Fertigstellung begleiten und dabei die sozialen und technischen Bedingungen der Scherenherstellung damals und heute kennen lernen. Piktogramme helfen bei der Orientierung im Herstellungsprozess und auf dem Fabrikgelände. Bereits physisch im Willkommens-Terminal präsentiert, kennzeichnen sie die Stationen der Scheren-Tour.

»BEGEGNUNGEN«
In einer weiteren Medienstation können die Besucherinnen und Besucher eine Vielzahl an Filmen zur Industriekultur sichten. Herzstück sind jedoch die ausführlichen Audio-Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern der Gesenkschmiede. Aufgrund von Aufnahmetechnik und Sprechweise sehr schlecht zu verstehen, wurde dieses wichtige Zeitdokument für die Besucher verfügbar gemacht: Den Personen wird ein visuelles und biografisches Gesicht gegeben, in Sprechblasen ist eine Transkription der Aussagen mitzulesen. So werden die Interview- Partner sowohl plastisch, als auch verständlich.

KUNDE LVR-Industriemuseum
LEISTUNG Konzeption, Gestaltung, Produktion, Programmierung
FERTIGSTELLUNG Februar 2015

Eine Fabrik wird lebendig from IT'S ABOUT on Vimeo.